Gedankenworte.de
Einfach, auf den Punkt gebracht
3. Band

Ein Titelbild kann ich leider noch nicht liefern. Aber hier schon einmal einige erster Texte, die sicher auch im dritten Band sein weden.



Verkündigung

Von Kopf bis Fuß in weiß,
gleich einem holden Götterboten,
ist strahlend leuchtend hell verwaschen,
im beigen Doppelglas.

Nur hinten ohne Flügel
steht er ganz still vor mir
verkrampfter sanfter Blick
uns alle gleichsam haltend.

Blind findet er den Umschlag
starr huschend auf und ab
Die Botschaft klar,
einfach direkt,
kein Ausweg bleibt zurück,
das Leben festzuhalten.

Was war - was bleibt - was wird?
Alles neu gemischt.
Leben hat ein Ziel.

Ich lebe fort - In Euch.

 

 



    
Ich muss gehen und bleibe - bei Dir*
    

Leise wird es in mir Dunkel,
schrumpft meine Flamme,
hin – zum ewigen Licht.

In karger Erde wuchs ein Grün,
von allen Seiten eingerahmt,
und lange Zeit behütet,
bis Hauch erstarkt zum Leben.

Nur wenig Regen netzt den Halm,
und dürre Winde drücken sie
doch stete Nähe reicht als Halt,
zum Wachsen Schutz und Schirm.

Mein wahres Ziel hab‘ ich gesucht,
und glücklich auch in Ihm gespürt.
Und zwei Gedanken einend liebend,
ist Anfang, Weg und Ziel.

Und deine trockenen Tränen,
sie rinnen glitzernd leis hinab.

In Euch erfüllte sich mein Leben,
die Saat ging auf, wuchs schnell heran,
die ersten Früchte lebten wir,
dann brach der Traum zusammen.

Herausgerissen aus dem Leben,
als Deine Hoffnung sich erfüllt
hast Du mich hier zurückgelassen,
still wartend hinter Petrus Tor.

Nur ich ward hier und lebte fort,
half unser‘n Früchten Bäume werden.
Und jeder Atemzug von mir,
galt ihm und ihr als uns.

Noch bin ich da, doch bald,
leb‘ ich nur fort in Dir,
die Du mich hältst.

                                                                       *gewidmet

 


  

Feuerlos

Ein kleines schwarzes Ding,
nicht rostig oder eingedellt,
nicht risstig oder krumm,
vergessen auf dem Berg,
aus halb kaputtem Stahl.

Der Deckel wurde noch gebraucht
und auch die Sicherung der Klappe
war irgendwem von Nutzen.
Alle Füße abgeschraubt
als fester Stand für Junge.

Und übrig bleibt auf seinem Berg
das Herz, das Wärme schenkte,
nur jetzt vergessen, feuerlos,
zum Schmelzen vorgemerkt.

Welch Verschwendung,
wo das Herz noch nicht zerrissen
und es so wenig braucht,

um sonnengleich zu wirken
.

   


 
 
Bitte eines Gedichts

  
Lese mich,
fühle mich,
liebe mich.

Versuch nur nicht
zu schließen, was er fühlte,
zu raten, wie er dachte,
zu suchen, wo er mich schrieb.

Lese, nutze, fühle mich,
lass' mich dich sanft entführen,
auf Deinen Gedanken,
auf Deinen Gefühlen,
ganz aus-in Dir.

 


        

Mitgerissen

   

Der Ast, er fällt herab,
vom Baum gelöst,
am Ufer abgeprallt
bis sanfte Fluten ihn umfangen,
wiegend, betten, haltend,
und langsam mit sich ziehen.
Über den tiefen blauen See,
tragen ihn die sanften Wellen, -
Ruhe Frieden sein Geleit,
bis in alle Ewigkeit?
Nicht lange bleibt ihm Zeit,
schon schließen sich die harten Felsen
Quetschen ein das Ruhebett,
diktieren einen neuen Rhythmus,
in dem der Ast jetzt schwingen muss.
Auf und ab
Hin und her
In rasender Fahrt geht es bergab.
Oft schlägt er an den Buhnen an
Und jedes Mal
verliert er dort ein kleines Stück
von sich.
Und niemand weiß, wo er das Ziel erreicht
Und niemand weiß, welch Bild es hat,
ein See, ein Meer oder fester Stand.

   


 

Morgen

 

Die beste Sorge für morgen,
ist das Gestern zu sehen,
und sich vor dem nächsten neuen Schritt,
fest bei Dir einzuhaken.

 


 

Zwischen hier und gleich

 
Zwischen gestern, heute und morgen,
zerreißt es mich,
verliere ich den Halt,
und niemand ist da, der mich fängt.
 
Die Spieluhr singt,
das uns bekannte Lied.
Mit jedem neuen Ton ist klar,
wann auch dies Uhrwerk steht.
 
Heute wird vielleicht schon gestern sein,
und doch muss ich bleiben,
um dir die Stärke zu schenken,
Deinen Morgen zu erwaten.
 
Und Morgen strahlt - auf heute,
versinkst in Trauer und auch Angst.
' Bin hier und stehe für Dich fest,
als jetzt und Übermorgen.
 
Zersplittert,
doch auch stehts bestrebt,
gestern, heute und auch morgen,
festzuhalten in dem Augenblick.
Meine Tränen rinnen still,
wenn Ruhe in mir schläft
und sich die Angst um Dich
unter dem Damm durchstielt.
 


Ich zu uns


Mein Weg zu mir,
führt weg von Dir,
mit schuldigem Gefühl
und auch geheimen Tränen.
 
Die Nächte,
die Du an meinem Bett gesessen;
Die Stunden,
die Du mich fest gehalten hast;
Die Zweifel,
in denen Du mir Richtung gabst,
sind nicht vergessen.
Doch mein wahres Ich
liegt nicht in Dir.
    
Ich will fliegen
und der Sonne Grenzen fühlen.
Ich will schwimmen
und des Wassers Härte spüren.
Ich will leben
und der Liebe Zartheit spüren;
doch dies allein.
    
Denn durch die nasse, freie Liebe
kann ich erwachsen werden,
bin irgendwann dann auch,
ausreichend groß für uns.

 


 

Weihnachtsnacht

 
Tief verschneit ist wald und Feld,
In den Straßen meine Stadt
spiegelt sich das Neonlicht,
auf den eisbedeckten Pfützen
Lichterschlitten vor der Tür
zeugen von der heil'gen Zeit.
 
Langsam leeren sich die Straßen,
und der Christmarkt ist ganz hell.
während wie von Zauberhand,
das Plastikgrün in Kistn wandert
werden Werbetafeln, Wände,
Rentier, Schlitten, Weihnachtsmann,
von den Buden abgebaut
und fürs nächste Jahr verpackt.
 
Ist der letzte Laster fort,
füllt die Stille allen Raum,
bleiches Mondlicht fällt hernieder,
aufgesaugt und gestgestampft,
in der gräulich, schwarzen Masse,
die dem Müll als Bettstadt dient.
Und aus den Ecken,Winkeln, Gassen
treten langsam Schatten vor.
 
Tief verschneit ist Wald und Feld,
in den Straßen meiner Stadt,
kehrt die heil'ge Ruhe ein.
Leise klimpert Geld im Hut,
während fortgetrieben durch die Kälte,
auch der letzte Schatten flieht.
 
In den Fenstern strahln Tannen,
reich geschmückt, wie jeder Jahr.
Große Berge von Geschenken,
eine Weihnachtsgans im Rohr.
All dies sehen hohle Augen,
auf dem Weg zum Lumpenbett.

 

Stille Nacht, Heilige Nacht.
Frieden den Menschen auf Erden.

  
   


   

Keine Zeit

 
Mit jedem Herzschlag;
verrinnt die Zeit,
Zeit die wir erst schätzen,
wenn keine mehr bleibt.


 

Gespräch

Manchmal,
ist das beste Gespräch
mit Dir,
einfach Stille zu halten,
bei Dir.


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